Yngling EM am Traunsee

Yngling EM am Traunsee

Yngling EM
Traunsee SC Altmünster
25.05. – 30.05.2019

Bericht von Helmut Haslinger

Teilnehmer des SCSW:
Crew AUT-304 : Wakolbinger Rudi, Enthammer Helmut, Bejvl Christian
Crew AUT-233 : Haslinger Helmut, Sandmayr Katrin, Sandmayr Jürgen

Als Erstes ist zu erwähnen, dass die Ziele für diese EM zwischen den beiden Crews sehr unterschiedlich waren. Team Braunau/Salzburg peilte einen Platz unter den Top 20 an, was nach den umfangreichen Trainings auf dem Wallersee 50/50 möglich war. Crew Henndorf/Seekirchen fuhr eher pessimistisch an den Traunsee. Katrin sagte zu mir – do gwinna ma koan Blumentopf, host gsegn wer si do gmeldet hot? Meine Einschätzung war bei optimalen Bedingungen wenigstens einmal unter die Top 30, jeder kocht mit Wasser und bei 10 Wettfahrten kann man doch einmal Glück haben, oder eben sein Können zeigen – wie man es eben sieht.

Die Anreise verlief problemlos, das Vermessen dann aber gar nicht. Alleine und ohne Crew fand ich aber schnell Kollegen (danke an Team AUT304 und AUT333) die mir unter die Arme griffen und halfen die sehr umfangreiche Ausrüstung zu schleppen. Wie zu erwarten wurde sehr genau geprüft, sogar die Abdeckung zu den Bug-Auftriebskörper musste geöffnet werden (Schlitzschrauben->SHIT!!!). Gewogen wurde nach einer vorher festgelegten aber zufällig gelosten Liste, wir waren nicht dabei.

 

Erster Wettfahrtstag:

Voller Vorfreude ob des guten Wetters (Wind leider nur 1-2Bft.) und Sonnenschein wurden wir vom Startboot auf die Bahn gelotst. Vor dem Start zur ersten Wettfahrt musste ich mich wieder an diese Leeseite der Regattbahn gewöhnen. Was zum Teufel machen hier 3 Tonnen?? -> Aha eh kloa, 1Starttonne, 1Leetonne und 1Zieltonne.
Der Start glückte für AUT304 sehr gut,  aber wir (ICH!) haben ihn komplett verhaut, im hinteren Feld ging es auf die erste Kreuz auf der auch schon nach einigen Minuten der Wind auf dem kompletten See einschlief.
Wettfahrt abgebrochen und warten auf Wind. Endlose Zeit später wurde das Feld zum Club gerufen.

Highlight des Tages: Eine Motorboot Crew (15-16 Jährige) brachte Jürgen und mir in der Wartezeit zwei Krügerl!!! Bier zum Boot. Die Abendgestaltung war erwartungsgemäß kulinarisch und gesellschaftlich sehr gemütlich und lustig verlaufen.

 

Zweiter Wettfahrtstag:

Bereits am Vortag wurde Startbereitschaft um 06:00 Uhr ausgerufen, jo Habe dere! 5 Uhr aufstehen damit man zumindest um halb 6 beim Boot ist, Kaffee wurde Gott sei Dank im Club schon serviert.
So um 10:00 Uhr schien Wind zu kommen, sofort herrschte reges Treiben auf der Steganlage, wir entschlossen uns aber dazu die Persenning oben zu lassen. Dauerhafter Wind stellte sich keiner ein und so gewannen wir gemeinsam mit 2 weiteren Booten den Intelligenzpreis. Lustig war es nur am Steg als 4 schmerzbefreite Holländerinnen in SUPS ein Wettrennen veranstalteten, kurze Ausrüstung ohne Schwimmweste bei 7°C kaltem Wasser! Am Abend wurde in der Halle des SCA mit Holländern und vielen Anderen gefeiert. Unser Enti tanzte sogar auf der Bierbank (Videos existieren!)

 

Dritter Wettfahrtstag:

Die Wettersituation erinnerte sehr an Tag zwei, Wind war zwar prognostiziert, leider gab es bereits zu Beginn die Startverschiebung. Die Teilnehmer zerstreuten sich in alle Windesrichtungen, meine Crew musste ich mit dem Auto in Gmunden holen. Etwas zu spät kamen wir raus, aber noch immer genügend Zeit sich auf die Wettfahrten vorzubereiten. Zur Erinnerung, in der Ausschreibung wurden 10 Wettfahrten angekündigt, also sicher mindestens 4 peitscht die Wettfahrtleitung heute durch.
Der erste Start war viel besser als zwei Tage zuvor, aber noch immer viel Potenzial nach oben. Bei 43 Ynglings ist es am Start doch sehr eng und die Lücken in die manche Teilnehmer rein gefahren sind habe ich, ehrlich gesagt, nicht gesehen. Hier muss ich als Steuermann noch viel üben. Im Laufe dieser Wettfahrt lief unser Boot immer besser. Am Schluss waren doch einige Boote hinter uns und ich dachte mir schon, ob es wohl bereits in der ersten Wettfahrt zu meinem persönlichem Ziel reichen würde (Top 30)…. Bei den 3 weiteren Wettfahrten starteten wir entweder zu verhalten oder wir fuhren nach einem Superstart in die Flautenlöcher! Hier wäre bei zumindest einer Wettfahrt ein weiterer Top 30 Platz drinnen gewesen.
Etwas durchnässt gönnten wir uns einen sehr lustigen Abend am Tisch mit Moser Jörg, Martin Lutz und vielen Anderen, unser Enti sorgte für super Stimmung am Tisch. In der Gesamt Zwischenwertung AUT-233 41. Platz – AUT-304 43. Platz. Zwischen uns unser Yngling Präsident AT Bernhard Prange.
Die erste Wettfahrt beendete AUT-233 übrigens auf dem 29. Platz.

 

Vierter Wettfahrtstag:

Diesen Tag werden wohl viele Teilnehmer nicht vergessen, trübes Wetter, etwas Wind, und Temperaturen so um die 7°C – 8°C!
Die Wettfahrten wurden trotzdem angeschossen, was solls, drauf los! Ein Däne hat uns einmal übel gegen das Startboot gedrückt, so wurde eine sehr aussichtsreiche Startposition verloren. Die ersten drei Wettfahrten wurden von uns im ganz hinteren Feld beendet. Der Wind frischte periodisch auf ca. 4 Beaufort auf und wieder auf 2-3 ab. Extreme Regenschauer begleiteten die 3 letzten Wettfahrten, sehr angenehm waren die gefühlten 3l Wasser aus dem Gross die sich uns über den Kopf ergossen (natürlich bei jeder Wende!!!) Es folgte die gesamt 8. Wettfahrt, schon etwas mürrisch nahmen wir das zur Kenntnis. Komischerweise erging es uns in dieser letzten Wettfahrt sehr gut, obwohl unser Spi schon eher einem Wettex glich holten wir auf der Vorwind gegenüber den Anderen sogar auf! Zwei bis Drei Boote gaben auf und fuhren zum Clubgelände. Am Ende wurde die letzte Wettfahrt von AUT-233 auf dem 30. Rang beendet. Somit haben wir mein persönliches Ziel sogar zweimal erreicht. Leider schaffte es unser Yngling Präsident die zwei Punkte Vorsprung von uns zu egalisieren und überholte uns noch. Wir haben aber auch noch eine Mannschaft vom SCT überholt, somit beendeten wir die EM am 41. Platz. Unser zweites Boot (AUT-304) kam leider, obwohl seglerisch gut gefahren, nicht über den letzten Platz hinaus. Trotz dieser Platzierungen war es für beide Crews eine unglaubliche Erfahrung mit solchen Kalibern auch einmal eine Wettfahrt zu bestreiten, gelernt haben wir auch sehr viel!

 

Fazit für:
AUT-233: Start üben, üben und nochmals üben. Windlöcher meiden!
AUT-304: Bitte um Infos… (Kommentar des Präsidenten: “Bootstaufe!”)

Endergebnis:
1. Platz EM Titel: Robert Stanjek, Robert Christopf, Moritz Bruhns YCBG + BYC (DE)
2. Platz Vize-EM Titel: Stefan Frauscher, Josef Weinhofer, Christian Spiessberger UYCT + SCA (AT)
3. Platz: Jörg Moser mit Töchtern Julia und Tina UYCWg (AT)

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